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Blogbeiträge

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Wenn ich dieser Tage in den Nachrichten von chinesischen Bürgerrechtlern höre, die sich in Botschaften flüchten müssen, oder aber auch von einer ehemaligen ukrainischen Spitzenpolitikerin im Gefängnis, dann denke ich mir häufig, wie gut es mir (zusammen mit den meisten hier in Deutschland) eigentlich geht. Wir können uns ziemlich viel erlauben und Dinge offen ansprechen, ohne Konsequenzen spüren zu müssen. Ein unglaublicher großer Wert, den wir oft nicht zu schätzen wissen. Dies sollten wir uns hin und wieder vor Augen führen, wenn wir uns in Gesprächen vielleicht auch einmal nicht verstanden fühlen. Es liegt zumindest nicht daran, dass wir etwas nicht sagen dürfen. Sondern vielleicht eher daran, dass wir etwas nicht sagen können bzw. nicht in der Lage sind, dies entsprechend auszudrücken. Doch dies liegt an uns und nicht an einer höheren Instanz, die uns von freien Worten abhält. Also nutzen wir doch diese Freiheit und lernen, mit Worten richtig und zielgerichtet umzugehen. Es liegt an uns – dies sollten wir täglich zu schätzen wissen und uns nicht über Unzulänglichkeiten ärgern. Wir können sie ausmerzen, ohne von oben Restriktionen zu erfahren. Was für ein großes Glück!
 
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Hurra – es ist endlich Frühling (bzw. fast schon Hochsommer…) geworden. Sehr verheißungsvoll – gerade in Anbetracht der vielen freien Tage im Mai und Juni! Also nichts wie raus und hoch auf die Hügel und Berge im heimischen Umland. Genauso, wie wir es an freien Tagen im Grünen tun, sollten wir es auch im beruflichen Umfeld handhaben. Hin und wieder mal einen Gipfel in Angriff nehmen, den wir uns bislang noch nicht zu besteigen wagten. Das kann ein Projekt im Job sein, das uns am Herzen liegt, oder aber auch eine persönliche Maßnahme, die uns weiterbringt. Klöppeln lernen, rhythmische Sportgymnastik mit Band oder Unterwasserballett…na ja – das wäre jetzt eventuell doch etwas übertrieben. Aber sinnvoll sind vielleicht Schritte in Richtung Gesprächsführung (die wir täglich brauchen und einsetzen) oder Gedanken darüber, wie wir besser bei unserem Gegenüber „ankommen“. Also – einfach mal den Marsch nach oben wagen und später von dort aus den schönen Ausblick genießen!
 
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Geht es Ihnen nicht auch auf die Nerven, wenn in den einschlägigen Medien oder Talkshows immer wieder dieselben Headlines und Themen zu finden sind? Ich kann es schon oft nicht mehr hören…Gut, gegen die Titel in den großen Tageszeitungen können wir selten etwas tun. Aber vielleicht hilft es, wenn wir im privaten Umfeld einfach mal auf Nische setzen. Anstatt sich mit unseren Gesprächspartnern über ausgetretene Schlagzeilen zu unterhalten, könnten wir einfach mal ein Thema auf den Tisch bringen, das den anderen überrascht. Das könnte z. B. etwas sein, was uns an unserem Gesprächspartner positiv auffällt. Dann sind wir gleich auf einer persönlichen Ebene und unterhalten uns über eines der Lieblingsthemen unseres Gegenübers: ihn bzw. sie selbst. Und erhalten eventuell einen Blick hinter die Fassade, weil wir uns einfach einmal getraut haben, den anderen auf etwas anzusprechen, was wir beobachtet haben. Bei richtig gutem Rapport kommen wir vielleicht sogar auf Selbst- und Fremdbild  zu sprechen, was ja bei nicht wenigen voneinander abweicht. Und der andere freut sich über das ehrliche Feedback und ist davon angetan, dass wir auch mal mehr erfahren wollen - anstatt uns über das aktuelle Ranking eines potenziellen Superstars auszutauschen…
 
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…und damit verlassen wir auch häufiger unsere vier Wände und sind wieder mehr im Freien unterwegs. Was uns zwangsläufig mit anderen Menschen in Kontakt bringt. Ich stelle fest, dass die Begegnung mit anderen für viele ein echtes Kommunikationsproblem mit sich bringt. Nicht selten steht man in der Schlange zur Eisdiele an und langweilt oder ärgert sich sogar, weil es nicht voran geht. Warum nicht einfach mal den Vorder- oder Hintermann nicht nur angucken (ein Hinterkopf ist meist wesentlich uninteressanter als ein Gesicht), sondern sogar ein freundliches Wort wagen? Themen gibt es ja genug – die Gemeinsamkeit liegt auf der Hand, dass wir Eisliebhaber sind. Darüber hinaus ist das Wetter in der Regel herrlich, was ein weiteres Sujet für einen kurzen Plausch sein könnte. Oder das fröhliches T-Shirt, das der andere anhat, weil es endlich wieder warm ist (und ihm noch dazu gut steht? Sagen Sie’s ruhig…). So lernt man am Ende noch einen Gleichgesinnten etwas besser kennen und beim nächsten Wiedersehen wird das Gespräch eventuell schon interessanter…
 
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Ein erster Auslandsbesuch unseres neuen Bundespräsidenten in Polen. Wie wohltuend offen und entspannt der „Neue“ mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski plaudert. Joachim Gauck drückt seine echten Gefühle aus und verstellt sich nicht. In ungefährem Wortlaut sagt er zu dem ihm überreichten Gastgeschenk: „Dieses (Solidarnosc-) Plakat ist bei mir zuhause, in meiner Wohnung.“ (Ups – war das eventuell ein Fettnapf?) – „Aber jetzt kann ich noch eines in meinem Amtszimmer aufhängen“ (Wie einfach, aber brillant). Viel häufiger wünsche ich mir, dass Menschen ihre ersten Eindrücke und Gefühle ausdrücken. Ein gut überlegter Nachsatz kann das Ganze abfedern, so dass ein offenes Wort nicht wehtut oder verletzt. Ein bisschen Fingerspitzengefühl und die Einschätzung des Gegenübers können dabei helfen, dass der andere sein Gesicht wahren kann, und wir kommen viel authentisch rüber.
 

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