Wenn ich dieser Tage in den Nachrichten von chinesischen Bürgerrechtlern höre, die sich in Botschaften flüchten müssen, oder aber auch von einer ehemaligen ukrainischen Spitzenpolitikerin im Gefängnis, dann denke ich mir häufig, wie gut es mir (zusammen mit den meisten hier in Deutschland) eigentlich geht. Wir können uns ziemlich viel erlauben und Dinge offen ansprechen, ohne Konsequenzen spüren zu müssen. Ein unglaublicher großer Wert, den wir oft nicht zu schätzen wissen. Dies sollten wir uns hin und wieder vor Augen führen, wenn wir uns in Gesprächen vielleicht auch einmal nicht verstanden fühlen. Es liegt zumindest nicht daran, dass wir etwas nicht sagen dürfen. Sondern vielleicht eher daran, dass wir etwas nicht sagen können bzw. nicht in der Lage sind, dies entsprechend auszudrücken. Doch dies liegt an uns und nicht an einer höheren Instanz, die uns von freien Worten abhält. Also nutzen wir doch diese Freiheit und lernen, mit Worten richtig und zielgerichtet umzugehen. Es liegt an uns – dies sollten wir täglich zu schätzen wissen und uns nicht über Unzulänglichkeiten ärgern. Wir können sie ausmerzen, ohne von oben Restriktionen zu erfahren. Was für ein großes Glück!